Vorsorge / Untersuchungen

Gesetze und Vorschriften

Grundsätzlich regelt die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) bei welchen Gefährdungen arbeitsmedizinische Vorsorgen durchzuführen oder anzubieten sind.

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  • Gefahrstoffverordnung
  • Biostoffverordnung
  • Bildschirmarbeitsverordnung
  • Lärm- und Vibrations Arbeitsschutzverordnung
  • Röntgenverordnung
  • Strahlenschutzverordnung
  • u.v.m.

Diese folgen Mindeststandards. Sie sind von den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung und insbesondere von den gewerblichen Berufsgenossenschaften als Empfehlung formuliert worden und sollen den jeweils aktuellen wissenschaftlichen Stand widerspiegeln (früher auch „G“- Untersuchungen/Grundsätze genannt).

Wir unterscheiden zwischen

Pflichtvorsorgen.
Für eine Reihe von arbeitsbedingten Belastungen muss der Arbeitgeber Vorsorgen veranlassen.
Beispiel: G 42 Infektionsgefährdung

Angebotsvorsorge.
Für einige Tätigkeiten muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Vorsorge anbieten. Das Angebot ist für den Mitarbeiter jedoch freiwillig, die ärztliche Bescheinigung ist i.d.R. keine Voraussetzung zur Aufnahme der Tätigkeit.
Beispiel: G 37 Bildschirmarbeitsplätze

Wunschvorsorge.
Kann vom Mitarbeiter bei besonderem Bedarf gewünscht werden, um seine Belastung durch die Arbeit zu ermitteln.
Beispiel: G 46 Muskel- und Skelettsystem

Eignungsuntersuchungen.
Hier soll die Eignung einer Gefährdung von Arbeitskollegen, Dritten und Sachgütern vorbeugen.
Beispiel: G 25 Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten

Mitarbeiter des arbeitsmedizinischen Dienstes.

Der Umfang liegt im Ermessen des betreuenden Betriebsarztes, gemäß Empfehlungen aus den Grundsätzen der DGUV.

Viele arbeitsmedizinische Vorsorgen muss der Arbeitgeber von dafür besonders qualifizierten Ärzten durchführen lassen. Sie sind entweder Fachärzte für Arbeitsmedizin oder Betriebsmediziner. Die Entscheidung, welche Vorsorgen durchgeführt oder zumindest den Beschäftigten angeboten werden müssen, setzt stets eine sorgfältige, professionelle Beurteilung der Arbeitsbedingungen voraus. Diese erfolgt durch die sogenannte Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes.

  • Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsstätte. Dies erfolgt in der Regel durch eine Begehung.
  • Die arbeitsmedizinische Befragung und Vorsorge der Mitarbeiter.
  • Die Beurteilung des Gesundheitszustandes der Mitarbeiter unter Berücksichtigung des Arbeitsplatzes.
  • Die individuelle arbeitsmedizinische Beratung.
  • Die Dokumentation der Vorsorgeergebnisse.
  • Der Vorsorgebefund muss schriftlich sein.
  • Der Beschäftigte muss unterrichtet werden und er muss eine Bescheinigung erhalten, ob gesundheitliche Bedenken gegen die Ausübung der Beschäftigung bestehen.
  • Der Arbeitgeber muss je nach Vorsorge und Vereinbarung eine Kopie erhalten.

Sämtliche Befunde unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Die Mitteilung an den Arbeitgeber hat sich darauf zu beschränken, ob und welche Bedenken oder Auflagen gegen eine Beschäftigung sprechen, sofern es sich um Pflichtvorsorgen oder entsprechend abgestimmte „Untersuchungen“ handelt.